Archiv für Februar, 2010

Lernspaziergang Stuttgart am 28.02.2010

NĂ€chster Termin 28.02.2010

Liebe Hundefreunde es ist wieder soweit. Der monatliche Lernspaziergang steht vor der TĂŒr. Wir gehen am 28.02.2010 wieder im KrĂ€herwald spazieren und freuen uns wie immer ĂŒber rege Teilnahme.

In 2h können Fragen rund um den Hund geklÀrt und mögliche Probleme besprochen werden. Mit Spielen und kleineren Trainingseinheiten runden wir dieses lockere Dog-Event ab.

Darauf solltet Ihr achten:

- teilnehmende Hunde mĂŒssen sozialvertrĂ€glich sein
- Wetterfeste Bekleidung
- Leckerchen
- und viel gute Laune

Dauer: ca. 2h
Kosten: 20€/Hund

Treffpunkt: MTV Parkplatz, Am KrÀherwald 190A, 70193 Stuttgart

Wer Interesse hat, kann sich ĂŒber poetzsch@diehundeversteher.de anmelden oder uns bei weiteren Fragen unter 0711 / 935 5241 erreichen.

Wir freuen uns auf Euch
Eure Bea und Euer Massimo

Add comment Februar 21st, 2010

Woran erkenne ich gute Hundetrainer?

Da das immer wieder ein Thema ist, mit dem wir konfrontiert werden, wollen wir noch einmal unseren eigenen Standpunkt darstellen.

Wir sind Autodidakten! Was wir nicht haben, ist eine Hundetrainerausbildung. Wir und unsere Kunden empfinden dies allerdings nicht als Defizit. Wir haben unser Wissen sowohl aus eigenen Erfahrungen, die Diego betrafen, als auch aus Fachliteratur. Dieses Wissen gleichen wir bei unserer tÀglich Arbeit mit Hunden ab und erweitern es. Den Vorteil den wir dadurch haben, ist die FlexibilitÀt.

Wir sind nicht auf eine Methode oder eine einzige Trainingsart beschrĂ€nkt, sondern schöpfen aus den Vollen. FĂŒr unsere Kunden bedeutet das, individuelles Trainig, welches auf die Lebenssituation zugeschnitten ist. Das Beste fĂŒr Mensch und Hund.

Der Beruf des Hundetrainers ist nicht staatlich anerkannt

NatĂŒrlich gehen wir auch auf FachvortrĂ€ge anerkannter Hundetrainer- und Forscher und wir sind immer auf der Suche nach den neusten Erkenntnissen, was das Wesen Hund und deren Kommunikation angeht.

Da es keine staatliche Anerkennung des Berufs des Hundetrainers, Hundepsychologen usw. gibt, kann jeder sich als ein solcher bezeichnen und auch in diesem Bereich arbeiten. Das ist sicher ein Problem und macht die Wahl fĂŒr jeden Hundehalter sehr schwer. Was ist gut, was ist nicht so toll und wo sollte ich hellhörig werden.

Acht Tipps die weiterhelfen

Wir möchten allen Hundehaltern ein paar Tipps geben, wie man einen guten Trainer erkennen kann:

  • Vor jedem Training sollte ein ausfĂŒhrliches GesprĂ€ch stattfinden, indem alle Probleme, Sorgen und WĂŒnsche einbezogen werden
  • Die Kosten fĂŒr das Training werden erst nach der erbrachten Leistung verlangt
  • Der Trainer soll nicht nur auf das Individuum Hund, sonder auch auf den Menschen eingehen – lassen Sie Ihren Bauch entscheiden, denn der hat meistens recht
  • Der Hund des Trainers sollte einen guten Trainingsstand haben, denn dieser ist sozusagen das “ReferenzstĂŒck”. Trainer die mit Ihren eigenen Hunden keinen guten Draht haben sollten einem zu denken geben
  • Der Hundetrainer sollte in der Lage sein, dem Menschen das Fachwissen so mitzuteilen, dass es auch verstanden wird. Auch bei der Umsetzung sollte der Halter jegliche UnterstĂŒtzung des Trainers haben.
  • Ein Trainer der sein Wissen nicht freigibt, möchte einfach nur viel Geld verdienen
  • Das Training sollte ohne Druck auf Mensch und Tier stattfinden – wenn Sie Freude haben, sind Sie richtig
  • Der Trainer sollte Rassespezifische Eigenschaften und den Charakter des Hundes fĂŒr das Trainingsprogramm berĂŒcksichtigen

Ich hoffe, dass hilft jedem Hundehalter weiter, der sich in der FĂŒlle des Trainerwaldes nicht mehr zu orientieren weiß.

FĂŒr uns persönlich spielen auch Referenzen eine große Rolle. Die Beste Werbung fĂŒr einen Hundetrainer sind zufriedene und glĂŒckliche Hundehalter, die einen gern weiterempfehlen.

Deshalb an dieser Stelle ein großes Dankeschön an all unsere Kunden, die uns so fleißig weiterempfehlen.

Eure Bea und Euer Massimo

2 comments Februar 18th, 2010

Hund verliert Krallen

Gibt man diese Phrase bei Google ein bekommt man ca. 58.900 Treffer. Immer wieder liest man dieselben Geschichten, Hunde verlieren ihre Kralle und die TierÀrzte sind ratlos. Uns ging es mit Diego auch so und deshalb wollten wir das zum Anlass nehmen und etwas AufklÀrungsarbeit leisten.

Oktober 2004 – wir waren mit unserem HĂŒbschen auf einer Wiese und spielten Ball. Auf einmal humpelte er und stoppte das Spiel. Wir schauten natĂŒrlich sofort nach der Ursache und mussten feststellen, dass sich eine Kralle löste. Sie war halb ab und blutete stark. Wir packten Diego ins Auto und fuhren sofort zum Tierarzt.

Der Tierarzt begutachtete die Kralle und wir vermuteten, dass er beim Spiel irgendwo unglĂŒcklich hĂ€ngen geblieben ist und sich dabei die Kralle gezogen hatte. Der Tierarzt legte die Fellnase in Narkose, zog die Kralle, verband die Pfoten nach der Desinfektion und wir gingen wieder nach Haus.

Ein langer Leidensweg nahm seinen Lauf

Wir pflegten die Pfote tĂ€glich und waren guter Hoffnung, dass es damit getan wĂ€re. Nach kurzer Zeit stellten wir allerdings fest, dass sich weiter Krallen lösten und nach einander ausfielen. Innerhalb kĂŒrzester Zeit waren wir Dauergast beim Tierarzt.

PfotenbÀder, PilzbÀder, Antibiotikum, NahrungsergÀnzungsmittel, spezielle Futtersorten usw. Wir versuchten wirklich alles, doch nichts half. Unser Tierarzt war auch ratlos, zumal er einen weiteren Hund mit genau derselben Symptomatik betreute.

Die Krallen wuchsen bis sie wieder ausfielen

Nachdem wirklich alle Krallen, selbst die Wolfskrallen ausgefallen waren, dachten wir, dass es nun wieder besser werden wĂŒrde. Langsam wuchs neues Horn nach, allerdings viel dicker als die alten, die Struktur war auch nicht homogen. Die Freude ĂŒber die neuen Krallen hielt dann auch nur drei Monate, denn dann begann der Spuck von vorn.

Diego wollte nicht mehr auf Wiesen, geschweige denn spielen oder rennen, denn jedesmal wenn er mit seinen ungeschĂŒtzten Krallen irgendwo dran kam, folgten große Schmerzen und im schlimmsten Fall fing es an zu bluten.

Was erschwerend hinzukam war, dass er nicht lecken durfte, zum einen wegen der Infektionsgefahr und zum anderen, damit sich kein Zwangsverhalten einstellte. Also kurz und knapp: eine echte Tortur fĂŒr Hund und Mensch

Internetrecherche brachte die langersehnte Hilfe

Wir fingen an im Internet zu recherchieren. Wir wollten einfach nicht akzeptieren, dass es nun so bleiben sollte. Wir schrieben viele TierĂ€rzte in ganz Deutschland an – nix. In Hundeforen und Internet-Communitys suchten wir nach Antworten, doch niemand konnte helfen, dafĂŒr bekamen wir Kontakt mit vielen Mensch-Hund-Gespannen die genau das Selbe durchmachten.

Erst als wir auf auslÀndischen Internetseiten wie z.B. hier oder hier fanden wir die Antworten, die wir zwischenzeitlich seit 2 Jahren suchten.

Wir sammelten ca. 30 DIN A4 Seiten Material ĂŒber die „symmetrical lupoid onychodystrophy“ in Kurzform SLO und brachten das zu unserer TierĂ€rztin. Sie studierte die Unterlagen durch und kam nach einer Woche auch zum Schluss, dass Diego an SLO litt.

Die Medikamente schlugen sofort an

Diego erhielt sofort Omega3-FettsÀuren und NikotinsÀureamid-Tabletten, dass ist ein Vitamin B12. Bei der SLO bildet der Körper des Hundes Antikörper gegen die Krallen. Wir sprechen hier von einer Autoimmunkrankheit, die in den seltensten FÀllen heilbar aber wenigstens behandelbar ist. Diego wird sein ganzes Leben lang Medikamente erhalten, womit wir aber alle gut leben können.

Wir hoffen, dass wir mit diesem Artikel Hundebesitzern helfen können, die genauso verzweifelt sind, wie wir es waren.

Eure Bea und Euer Massimo

Add comment Februar 9th, 2010

Deutschen SchÀferhunde sind aggressiv, Mythos oder RealitÀt? TEIL 2

Ihr erinnert euch an den aggressiven SchĂ€ferhund? Der, der sein Frauchen beißelte, verbellte und ansprang? Die Fellnase, die mit Menschen und Artgenossen nicht gerade freundlich war? Wie versprochen, möchte ich hier die Geschichte weitererzĂ€hlen.

Den Hund verstehen und einschÀtzen lernen

Die Basis fĂŒr jedes Hundetraining bildet das 1X1 hĂŒndischen Verhaltens. Im beschriebenen Fall war es wichtig, dass die Besitzer verstanden, dass ihr SchĂ€ferhund kein grundaggressiver, sondern ein eher nervöser und unsicherer Kerl mit großer Klappe war.

Hunde mit solchen Attributen, bergen ein nicht zu unterschĂ€tzendes Gefahrenpotential fĂŒr ihr Umfeld. In aller Regel sind unsichere Hunde schnell mit vielerlei  Situationen ĂŒberfordert. ÜberlĂ€sst man diese sich selbst oder reagiert nicht angemessen, kann man auch von tickenden Zeitbomben sprechen.

Deswegen ist das verstehen der Körpersprache und des Verhaltens enorm wichtig. Denn nur wenn man seinen Hund lesen kann, ist man auch in der Lage klar und sicher zu „antworten“.

Sogenannte Angsthunde gehen in den meisten FĂ€llen auf zwei unterschiedliche Arten mit ihrer Angst um. In Variante 1 ziehen sich die Hunde zurĂŒck und gehen aus schwierigen Situationen heraus, leider wird dieses Verhalten oft nicht erkannt, dies kann dann schnell zu Variante 2 fĂŒhren, in welcher der Hund in angsteinflĂ¶ĂŸenden Situationen nach vorn geht. Nach dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“. Im Klartext: Der Hund schnappt oder beißt gar. Viele Hunde entscheiden sich direkt fĂŒr Variante 2.

Rudel-Chef wider Willen

Unser SchÀferhund gehört zur Variante 2.

Wir fassen also zusammen: Ein nervöser, unsicherer 40 kg SchĂ€ferhund, der angstaggressiv ist. Über Angstaggression haben wir hier auch schon gepostet. In unserem Fall haben wir die erschwerende Situation, dass der Hund in seinem Familienverband durch das Fehlverhalten und die Fehlinterpretationen seiner Menschen zwangsweise einen hohen Status erhĂ€lt. In seinen Augen sind seine Menschen nicht in der Lage, ihm die Sicherheit zu geben, die er braucht. Er muss den Job also selber machen und genau hier entstehen die Probleme.

Wie soll ein Ă€ngstlicher, ĂŒberforderter  Hund der schnell ĂŒber die Maßen reagiert, einen Familienverband anleiten??

Klare Strukturen und AblÀufe bringen Sicherheit

Das Training beginnt also genau hier. Klare Strukturen, gezielte Ritualisierung von AblĂ€ufen und entsprechende VerhaltensĂ€nderungen seitens der Hundebesitzer haben letztlich dazu gefĂŒhrt, dass die Fellnase im Haus aufgehört hat Frauchen und Herrchen stĂ€ndig hinterher zu laufen, zu kontrollieren. Draußen, hat er aufgehört  sie zu „beißeln“, anzuspringen oder gar anzubellen, wenn ihm etwas nicht passt.

Frauchen durfte frĂŒher nicht mit Handschlag begrĂŒĂŸt werden, ohne das der GrĂŒĂŸende auf einmal einen SchĂ€ferhund am Arm hĂ€ngen hatte – heute kein Problem mehr. Das Spiel mit Hunden ist mittlerweile weitgehend frei von Konflikten, selbst wenn Menschen dabei stehen und daran war ja frĂŒher gar nicht zu denken.

Wir sind auf jeden Fall auf dem richtigen Weg aber bis zum Ziel ist es noch ein StĂŒck – wir berichten weiter.

Eure Hundeversteher, Bea und Massimo

Add comment Februar 8th, 2010


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