Hund verliert Krallen
Februar 9th, 2010
Gibt man diese Phrase bei Google ein bekommt man ca. 58.900 Treffer. Immer wieder liest man dieselben Geschichten, Hunde verlieren ihre Kralle und die Tierärzte sind ratlos. Uns ging es mit Diego auch so und deshalb wollten wir das zum Anlass nehmen und etwas Aufklärungsarbeit leisten.
Oktober 2004 – wir waren mit unserem Hübschen auf einer Wiese und spielten Ball. Auf einmal humpelte er und stoppte das Spiel. Wir schauten natürlich sofort nach der Ursache und mussten feststellen, dass sich eine Kralle löste. Sie war halb ab und blutete stark. Wir packten Diego ins Auto und fuhren sofort zum Tierarzt.
Der Tierarzt begutachtete die Kralle und wir vermuteten, dass er beim Spiel irgendwo unglücklich hängen geblieben ist und sich dabei die Kralle gezogen hatte. Der Tierarzt legte die Fellnase in Narkose, zog die Kralle, verband die Pfoten nach der Desinfektion und wir gingen wieder nach Haus.
Ein langer Leidensweg nahm seinen Lauf
Wir pflegten die Pfote täglich und waren guter Hoffnung, dass es damit getan wäre. Nach kurzer Zeit stellten wir allerdings fest, dass sich weiter Krallen lösten und nach einander ausfielen. Innerhalb kürzester Zeit waren wir Dauergast beim Tierarzt.
Pfotenbäder, Pilzbäder, Antibiotikum, Nahrungsergänzungsmittel, spezielle Futtersorten usw. Wir versuchten wirklich alles, doch nichts half. Unser Tierarzt war auch ratlos, zumal er einen weiteren Hund mit genau derselben Symptomatik betreute.
Die Krallen wuchsen bis sie wieder ausfielen
Nachdem wirklich alle Krallen, selbst die Wolfskrallen ausgefallen waren, dachten wir, dass es nun wieder besser werden würde. Langsam wuchs neues Horn nach, allerdings viel dicker als die alten, die Struktur war auch nicht homogen. Die Freude über die neuen Krallen hielt dann auch nur drei Monate, denn dann begann der Spuck von vorn.
Diego wollte nicht mehr auf Wiesen, geschweige denn spielen oder rennen, denn jedesmal wenn er mit seinen ungeschützten Krallen irgendwo dran kam, folgten große Schmerzen und im schlimmsten Fall fing es an zu bluten.
Was erschwerend hinzukam war, dass er nicht lecken durfte, zum einen wegen der Infektionsgefahr und zum anderen, damit sich kein Zwangsverhalten einstellte. Also kurz und knapp: eine echte Tortur für Hund und Mensch
Internetrecherche brachte die langersehnte Hilfe
Wir fingen an im Internet zu recherchieren. Wir wollten einfach nicht akzeptieren, dass es nun so bleiben sollte. Wir schrieben viele Tierärzte in ganz Deutschland an – nix. In Hundeforen und Internet-Communitys suchten wir nach Antworten, doch niemand konnte helfen, dafür bekamen wir Kontakt mit vielen Mensch-Hund-Gespannen die genau das Selbe durchmachten.
Erst als wir auf ausländischen Internetseiten wie z.B. hier oder hier fanden wir die Antworten, die wir zwischenzeitlich seit 2 Jahren suchten.
Wir sammelten ca. 30 DIN A4 Seiten Material über die „symmetrical lupoid onychodystrophy“ in Kurzform SLO und brachten das zu unserer Tierärztin. Sie studierte die Unterlagen durch und kam nach einer Woche auch zum Schluss, dass Diego an SLO litt.
Die Medikamente schlugen sofort an
Diego erhielt sofort Omega3-Fettsäuren und Nikotinsäureamid-Tabletten, dass ist ein Vitamin B12. Bei der SLO bildet der Körper des Hundes Antikörper gegen die Krallen. Wir sprechen hier von einer Autoimmunkrankheit, die in den seltensten Fällen heilbar aber wenigstens behandelbar ist. Diego wird sein ganzes Leben lang Medikamente erhalten, womit wir aber alle gut leben können.
Wir hoffen, dass wir mit diesem Artikel Hundebesitzern helfen können, die genauso verzweifelt sind, wie wir es waren.
Eure Bea und Euer Massimo
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