Posts in der Kategorie 'Hundeschule'

Woran erkenne ich gute Hundetrainer?

Da das immer wieder ein Thema ist, mit dem wir konfrontiert werden, wollen wir noch einmal unseren eigenen Standpunkt darstellen.

Wir sind Autodidakten! Was wir nicht haben, ist eine Hundetrainerausbildung. Wir und unsere Kunden empfinden dies allerdings nicht als Defizit. Wir haben unser Wissen sowohl aus eigenen Erfahrungen, die Diego betrafen, als auch aus Fachliteratur. Dieses Wissen gleichen wir bei unserer täglich Arbeit mit Hunden ab und erweitern es. Den Vorteil den wir dadurch haben, ist die Flexibilität.

Wir sind nicht auf eine Methode oder eine einzige Trainingsart beschränkt, sondern schöpfen aus den Vollen. Für unsere Kunden bedeutet das, individuelles Trainig, welches auf die Lebenssituation zugeschnitten ist. Das Beste für Mensch und Hund.

Der Beruf des Hundetrainers ist nicht staatlich anerkannt

Natürlich gehen wir auch auf Fachvorträge anerkannter Hundetrainer- und Forscher und wir sind immer auf der Suche nach den neusten Erkenntnissen, was das Wesen Hund und deren Kommunikation angeht.

Da es keine staatliche Anerkennung des Berufs des Hundetrainers, Hundepsychologen usw. gibt, kann jeder sich als ein solcher bezeichnen und auch in diesem Bereich arbeiten. Das ist sicher ein Problem und macht die Wahl für jeden Hundehalter sehr schwer. Was ist gut, was ist nicht so toll und wo sollte ich hellhörig werden.

Acht Tipps die weiterhelfen

Wir möchten allen Hundehaltern ein paar Tipps geben, wie man einen guten Trainer erkennen kann:

  • Vor jedem Training sollte ein ausführliches Gespräch stattfinden, indem alle Probleme, Sorgen und Wünsche einbezogen werden
  • Die Kosten für das Training werden erst nach der erbrachten Leistung verlangt
  • Der Trainer soll nicht nur auf das Individuum Hund, sonder auch auf den Menschen eingehen – lassen Sie Ihren Bauch entscheiden, denn der hat meistens recht
  • Der Hund des Trainers sollte einen guten Trainingsstand haben, denn dieser ist sozusagen das “Referenzstück”. Trainer die mit Ihren eigenen Hunden keinen guten Draht haben sollten einem zu denken geben
  • Der Hundetrainer sollte in der Lage sein, dem Menschen das Fachwissen so mitzuteilen, dass es auch verstanden wird. Auch bei der Umsetzung sollte der Halter jegliche Unterstützung des Trainers haben.
  • Ein Trainer der sein Wissen nicht freigibt, möchte einfach nur viel Geld verdienen
  • Das Training sollte ohne Druck auf Mensch und Tier stattfinden – wenn Sie Freude haben, sind Sie richtig
  • Der Trainer sollte Rassespezifische Eigenschaften und den Charakter des Hundes für das Trainingsprogramm berücksichtigen

Ich hoffe, dass hilft jedem Hundehalter weiter, der sich in der Fülle des Trainerwaldes nicht mehr zu orientieren weiß.

Für uns persönlich spielen auch Referenzen eine große Rolle. Die Beste Werbung für einen Hundetrainer sind zufriedene und glückliche Hundehalter, die einen gern weiterempfehlen.

Deshalb an dieser Stelle ein großes Dankeschön an all unsere Kunden, die uns so fleißig weiterempfehlen.

Eure Bea und Euer Massimo

2 comments Februar 18th, 2010

Unser Lernspaziergang vom 20. September

Hier ein paar Eindrücke von unserem letzten Lernspaziergang. Wir hatten alle sehr viel Spaß an diesem sonnigen Tag. Da wir mit 14 Hunden unterwegs waren, hatten wir mit einem Hundischen Chaos gerechnet! ;) Dem war nicht so. Außer ein paar Junghunde die naturgemäß wie Flummis durch den Wald rannten, waren alle sehr anständig und obwohl wir ein Paar “Problemnasen” dabei hatten (diese sind bei uns im Einzeltraining) lief alles glatt. An dieser Stelle ein großes Lob an Hund und Halter!! Leider konnten wir nicht den kompletten Spaziergang fotodokumentieren. Der Akku wollte nicht mehr….leer!

Die Fotos dokumentieren die ersten 45 Minuten, die Teilnehmer stellten sich vor und wir redeten gemeinsam über deren teils kleine, teils größere Probleme und wie man diese angehen sollte. Danach gabs ein Paar Übungen und anschließend gingen wir zum Bach. Es gab viel Gesprächsbedarf und wir hoffen, daß wir im Rahmen dieser Veranstaltung allen gerecht werden konnten.

Alle in Reih und Glied

Treffen am MTV

Wald

Bea

Wald2

Wir danken euch für das entgegengebrachte Vertrauen und freuen uns wenn es wieder heißt:

Go for a walk with your dog – Stuttgart geht lernspazieren!

Eure DIE HUNDEVERSTEHER: Bea und Massimo

www.diehundeversteher.de

Add comment September 22nd, 2009

Ignorieren oder korrigieren?

Sollten wir unerwünschtes Verhalten konsequent ignorieren? Oder: Wann sollten wir es ignorieren und wann „korrigieren“.

Als Hundetrainer machen wir gelegentlich die Erfahrung, dass Hundehalter mit der Entscheidungsfindung  in bestimmten Situationen überfordert sind. „Soll ich meinen Hund jetzt ignorieren oder muss ich sein Verhalten korrigieren?“Es ist sicherlich situationsabhängig! Striktes ignorieren ist nicht immer sinnvoll, sowie auch die Tatsache, dass man sich nicht immer auf das Verhalten des Hundes einlassen sollte.

Hierzu zwei Beispiele:

Fall 1:
Ich komme bei dem Kunden zu Haustüre rein, begrüße erstmal alle anwesenden Menschen und wende mich nun dem Hund zu. Pelle, heißt der drei Monate alter Airedale-Terrier. Er kommt wedelnd auf mich zu und ich streichle ihm über das Ohr. Für den Hund ist dies nun der Anlass seinem Hobby nachzugehen und meine Hand zu „beisseln“. Ich nehme meine Hand etwas zurück und kommentiere die Geste mit einem „nein“. Sofort nähert sich meine Hand wieder um ihn zu streicheln und prompt versucht Mr. Ich-will-deine-Hand-beissel seinem Künstlernamen gerecht zu werden. Erneut sage ich „nein“. diesmal mit ernsterem Ton und ich ziehe die Hand wieder weg.

Aggieren statt reagieren

3.Versuch: die Hand kommt wieder, Mr. Ich-will-deine-Hand-beissel ist zwischenzeitlich etwas frustriert. Weil ich ihm die Möglichkeit nehme seiner „Beißkunst“ Ausdruck zu verleihen. Er wird massiver, knurrt unterschwellig und versucht nun das Objekt der Begierde mit einem Satz zu erreichen. Ich verleihe meinem „nein“ nun etwas mehr Ausdruck und gebe dem ganzen etwas Lautstärke hinzu.

Der Hund versucht abermals die Hand zu erreichen, ich lege die flache Hand auf seine Brust und schuppse ihn mit Schmackes einen halben Meter rückwärts über den Boden (dieser Akt hat mal eben eine halbe Sekunde Zeit in Anspruch genommen) zusätzlich wir nochmals mit einem im Ton bestimmten „nein“ abgerundet. Tja, nun schaut Mr. Ich-will-deine-Hand-beissel mich mit großen Augen an und überlegt eben mal was da gerade passiert ist, ich rufe ihn wieder sanft zu mir, Herr Erdbeben kommt nun mit leisen Schritten zu mir und ich streichle ihn sanft. Statt zu beisseln, hat sich Fellnase nun fürs Schwanz wedeln entschieden und ich belohne das ganze mit einem wohlwollendem und äußerst lieb gemeintem „fein!!“

Fall 2:
Franky, ein 1 ½ Jahre alter Cocker Spaniel hat gelernt bei der Anweisung  „schau“ genau dies zu tun, nämlich einen anzuschauen. Wir wollen den Schwierigkeitsgrad jetzt erhöhen und Ich veranschauliche Herrchen die Übung. Ich setzen ihn ab, sagen „schau“ und heben ein Leckerli genau ins Blickfeld. Der Hund schaut uns brav an, denn er will ja das was wir gerade zwischen den Fingern halten. Nun wandert das Leckerli aber nicht in sein Maul, so wie sonst der Fall war, sondern waagerecht links oder recht aus dem Blickfeld heraus.

Franky schaut dem Leckerli hinterher bis der Arm stehen bleibt, er schaut immer noch aufs Leckerli aber leider passiert rein gar nichts! Nun Schaut er auf den Boden, auf die Wand, Richtung Terrasse, bis ihm schließlich einfällt, dass er ja auch den Menschen anschauen könnte der sich da die Mühe macht und das blöde Leckerli ewig mit ausgestrecktem Arm, quasi „schwebend“  in der Gegend hält. In dem Moment wo seine Augen meine Treffen wird ihm umgehend das Leckerli verabreicht und mit einem dollen „fein“ kommentiert. Soweit so gut.

Ein Cocker Spaniel will`s wissen

Beim zweiten Mal ging es Franky wohl nicht schnell genug (wahrscheinlich hatte er wichtige Termine) und er fing an, nachdem er wieder ein bisschen die Gegend betrachtet hatte, mich anzubellen. Da ich im Schneidersitz vor ihm saß, drehte ich mich einfach kommentarlos um 180 Grad um und zeigte ihm meinen netten Rücken. Der Hund lief um mich herum und setzte sich vor mich hin. Ich wiederholte die Übung und als der Hund gerade wieder damit beschäftigt war blöd in der Gegend rumzuschauen statt meine Augen zu suchen, fiel ihm wieder sein Terminkalender ein und er fing abermals das bellen an.

Sie können sich vorstellen wie ich reagiert habe?  Er sah sich wieder mit meinem Rücken konfrontiert und den, das weiß auch Franky, interessiert sein Gebell nicht. Er lief nochmals um mich herum, setzte sich vor mich und ich wiederholte die Übung. Und schau da……er hatte nun auch einen Termin für mich in seinem Kalender eingetragen! Er nahm sich richtig Zeit! Unsere Augen trafen sich und das Leckerli war nun sein…fein!!!

Wie Sie sehen ist es in der Hundeerziehung durchaus sinnvoll unerwünschtes Verhalten zu ignorieren aber wie es sich in Fall eins darstellt, dürfen wir  in bestimmten Situationen unerwünschtes Verhalten nicht einfach durchgehen lassen.

In beiden Fällen haben wir dem Hund eines klar gemacht:

DAS IST „FEIN!“ UND DAS IST „NEIN!“

2 comments August 1st, 2009

Schleppleine vs. Flexleine

Als Hundetrainer werden wir oft gefragt, warum man nicht die Flexleine anstatt der Schleppleine benutzen kann. Benutzen kann man viel, sagen wir, doch was macht wirklich Sinn?!

Schleppleinentraining bzw. das Handling mit der Schleppleine erfordert ständige Konzentration des Besitzers. Deshalb setzen wir diese beim Abrufbarkeitstraining immer ein. Denn der Hundehalter ist ständing gefordert, die Leine zu koordinieren. Sicher ist das etwas müßiger aber der Hund steht dadurch ständig im Fokus. Bei der Flexleine hingegen setzt sehr schnell die Konzentration aus, da sich die Leine von selbst aufrollt, man verliert schnell den Hund und dessen Verhalten aus den Augen, reagiert zu langsam und zu ungenau. Für ein effektives Training also ungeeignet.

Hundetraining soll effektiv und gewaltfrei sein – das bedeutet harte Arbeit

Sprühhalsbänder, Stachelhalsbänder und im schlimmsten Fall der Teletakter! Aus Angst vor Schmerz und rüden Erziehungsmaßnahmen wird ein Hund sicher so manches “Fehlverhalten” einstellen oder in anderer Form kompensieren. Da fragen wir uns schon so manches Mal, warum Hundehalter nicht das Durchhaltevermögen haben, ernsthaft an einem “Problem” zu arbeiten.

Jedes “Problem” hat eine Ursache, diese können sich dann in den unterschiedlichsten Mustern ausdrücken. Sicher ist es einfach auf einen Knopf zu drücken um ein Verhalten zu stoppen, doch ist das Problem damit wirklich aus der Welt? Nein, ist es nicht und das sollte jedem klar sein, der meint auf solche “Hilfsmittel” zurückgreifen zu müssen – das geht auch an so manchen Hundetrainer! Das sogenannte “Problem” ist schließlich eine Ausdrucksform des Hundes. Es könnte bedeuten: “Ich bin unsicher und deswegen schnappe ich nach Menschen/Hunden/Kindern usw.” “Ich will nicht allein sein weil ich schreckliche Angst habe, deswegen zerlege ich die Wohnungseinrichtung.” Glaubt da ernsthaft einer das solche Probleme mit dem Sprühhalsband besser werden?

Probleme verstehen und an der Wurzel packen

Wir Menschen müssen lernen, dass zu verstehen. Vorallem müssen wir verstehen, dass Hundetraining und so auch ein Schleppleinentraining anstrengend und auch manchmal zermürbend ist. Letztendlich lohnt es sich aber immer den anstrengenderen Weg zu gehen, denn zum Einen ist es für den Hund positiv, da gewaltfrei - zum Anderen ist das Erfolgserelebniss für Sie als Mensch viel größer.

Halten Sie also durch und gehen Sie nicht den einfachen Weg – es lohnt sich und Ihr Hund wird es Ihnen danken.

Add comment Juli 30th, 2009

Freilauf ist Königsdisziplin

Als Hundetrainer werden wir häufig mit folgender Aussage konfrontiert: “Wenn er (der Hund) von der Leine ist, kommt er nicht mehr, wenn ich ihn rufe!”

Wir stellen dann immer die Frage, warum der Hund dann von der Leine darf und die Antwort darauf ist zu 99% die selbe: “Der soll doch auch mal Spaß haben und sich austoben dürfen.”

Jeder Hundehalter sollte sich aber im Klaren darüber sein, dass Freilauf Königsdisziplin ist. Das bedeutet, dass der Hund zu 99% abrufbar sein sollte, damit er sich und andere nicht unnötig in Gefahr bringt. Es gibt leider immer wieder Hundebesitzer die sich der Tragweite, dieses “Ungehorsams” gar nicht bewusst sind.

Die Sicht des Hundes deckt sich nicht mit der des Menschen

Für den Hund sieht die Situation so aus (leicht überspitzt): “Toll, jetzt werde ich von der Leine gemacht, meine Menschen haben mich nicht mehr unter Kontrolle und können mich nicht mehr begrenzen wenn es nötig ist”“Ja, ich hör dich zwar rufen aber das ist mir völlig egal, ich habe jetzt Wichtigeres zu tun.” “Toll, jetzt rennst du mir auch noch nach, Mensch super, ich habe offensichtlich eine Menge Einfluss auf meine Menschen und einen dementsprechend hohen Status und so werde ich mich auch verhalten!” – “Hey, da (über der viel befahrenen Straße) steht ein Hundekumpel, den geh ich jetzt besuchen.” und so weiter, und so fort!!!

Die Folgen bei mangelnder Abrufbarkeit können tödlich sein

Malen Sie sich ruhig den WORST CASE aus, denn das macht den Ernst der Lage oft erst klar. In den meisten Fällen ist dieses Verhalten nur eine Folge bzw. Symptom für Strukturprobleme und ungeklärte Verhältnisse innerhalb des Mensch-Hund-Verbandes.

Folgende Fragen sollte man sich stellen:

  • Hat der Hund wirklich Spaß wenn man sich die globale Situation anschaut? (Welche Probleme gibt es noch?)
  • Was ist mit Ihnen lieber Hundfreund?
  • Wie fühlen Sie sich, wenn Sie rufen und der Hund schert sich nicht drum?

Unsere Erfahrung ist, dass diese Situation eher zermübend und demotivierend ist. Letztendlich ist es für den Hund und den Menschen kein Spaß.

Schleppleinentraining, Auslastung und eine Neustrukturierung im Familienveraband führen dazu, dass Sie in Zukunft so interessant für Ihren Hund sind, dass er zu 99% alles für Sie stehen und liegen lässt.

Ihr Hundeversteher-Team

Add comment Juli 29th, 2009


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